Verbund Pädiatrische Onkologie Weser-Ems verbessert die Lebensqualität betroffener Familien bei gleich bleibender Behandlungsqualität
Wenn ein Kind an Krebs erkrankt, stehen Eltern und Geschwister nicht nur psychisch vor einer Zerreißprobe. Auch die organisatorischen Herausforderungen sind enorm. Wenn die Familie weit entfernt von einer Spezialklinik in ländlichen Gebieten lebt, wird die Situation zusätzlich erschwert. Nach der stationären Behandlung sind häufige Kontrollbesuche in der Klinik notwendig. Auch eine anspruchsvolle Pflege zu Hause ist unabdingbare Voraussetzung für den Erfolg der Therapie.
Wie es gelingen kann, die Lebensqualität der Betroffenen erheblich zu steigern, ohne dass die Behandlungsqualität leidet und die Kosten aus dem Ruder laufen, das zeigt das Klinikum Oldenburg. Hier wurde mit dem Verbund Pädiatrische Onkologie Weser-Ems e. V. ein Modellprojekt entwickelt, das von der Deutschen José Carreras Leukämie-Stiftung e. V., für zwei Jahre mit 289.000 Euro gefördert wird. Der Verbund, in dem sich Kinderärzte, Selbsthilfegruppen und ambulante Pflegedienste aus der 1,7 Einwohner zählenden Region zusammengeschlossen haben, will durch eine verstärkte Vernetzung die Behandlung der Patienten optimieren. Kinder und Jugendliche, die die stationäre Therapie bereits hinter sich haben, werden so weit als möglich zu Hause versorgt und können ihre Kontrolluntersuchungen in nahe gelegenen Kliniken durchführen lassen. So werden lange Fahrzeiten und Fahrtkostenerstattungen eingespart. Auch die Häufigkeit der Klinikbesuche und die Transportrisiken für die Patienten lassen sich so reduzieren.
"Seit November 2005 ist mit der Förderung durch die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. ein großer Schritt nach vorn gelungen", meint Priv.- Doz. Dr. Hermann Müller vom Klinikum Oldenburg. "Sie ermöglicht uns, den Datentransfer durch ein neues EDV-System mit zwölf Terminals für die beteiligten Kliniken in Weser-Ems zu optimieren. Bei den Kontrolluntersuchungen werden künftig die bildgebenden Befunde und mikroskopischen Ausstriche digital übermittelt. Zudem können wir durch die finanzielle Förderung eine Kinderärztin und eine Kinderkrankenschwester zur Patientenbetreuung engagieren, eine Dokumentarin sorgt für die Aufbereitung und Evaluation der Daten." Startenor José Carreras, der am 24. März in der EWE Arena in Oldenburg singt, freut sich über den Erfolg des Projekts: "Das Oldenburger Konzept überzeugt, weil es vorhandene Ressourcen und neueste Technologien optimal nutzt, um eine größere Nähe zu den Patienten zu schaffen und die Familien zu entlasten. Wir sind sehr glücklich, dass wir mit Spendengeldern zu diesem Erfolg beitragen können."
Die hier entwickelte Versorgungsstruktur könnte bundesweit als Modell für Betreuungskonzepte von Kindern mit seltenen Erkrankungen in einem regional großen Einzugsgebiet dienen.
Spendenkonto:
Deutsche José Carreras
Leukämie-Stiftung e.V.
Konto: 319 96 66 01
BLZ: 700 800 00
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