Kunstpädagogik soll Leukämie-Patienten bei der Krankheitsverarbeitung helfen

Carreras Leukämie-Stiftung fördert psychoonkologisches Forschungsprojekt der Universität Leipzig

Leipzig / München, 01.10.2007 – Kreative Therapien und Angebote für Tumorpatienten gehören in vielen onkologischen Rehabilitationskliniken zum Standard. Trotz der guten klinischen Erfahrungen, die dabei gemacht werden, mangelt es an Studien zur Überprüfung der Wirksamkeit. In einem Forschungsprojekt der Universität Leipzig, das von der Deutschen José Carreras-Leukämie-Stiftung e.V. mit einer Fördersumme von rund 255.000 Euro unterstützt wird, soll nun die Wirkung einer kunstpädagogischen Intervention auf das psychische Befinden, die Krankheitsverarbeitung und die soziale Integration an einer größeren Patientengruppe mit Hilfe standardisierter Fragebögen kontrolliert untersucht werden. Weiterhin interessiert, inwieweit die Veränderungen längerfristig erhalten bleiben.

An der Universität Leipzig wurde daher ein künstlerisches Angebot entwickelt, erprobt und gezielt auf die spezielle Situation von Tumorpatienten in der ambulanten Nachsorge ausgerichtet. Das Kurskonzept besteht aus drei Phasen. Der erste Teil zeichnet sich durch einen hohen Strukturierungsgrad aus. Experimentelle Zeichentechniken werden vermittelt und die Teilnehmer nähern sich dem gestalterischen Arbeiten mit dem Ziel, ihre Ausdrucksmöglichkeiten zu entdecken, zu erweitern und kreative Potentiale freizusetzen. Im zweiten Teil erfolgt ein Übergang zur Umsetzung eigener Bilder und Ideen, mit der Intention, Selbstwahrnehmung und Selbstreflexion anzuregen. Beim dritten Abschnitt steht die Gestaltung eines individuellen Buches im Mittelpunkt. Vielfältige positive Wirkungen der Intervention wie zum Beispiel „emotionale Stabilisierung“ oder „Erweiterung der Ausdrucksmöglichkeit und Kommunikation“ werden von den bisherigen Teilnehmern berichtet.

In die Studie aufgenommen werden deutschsprachige Patientinnen und Patienten mit einer hämatologischen Tumorerkrankung, bei denen die Anschlussheilbehandlung beendet ist und die Erstdiagnose nicht länger als fünf Jahre zurückliegt. Das künstlerische Kursangebot umfasst 22 Sitzungen und findet einmal wöchentlich in den Räumen der Psychosozialen Beratungsstelle für Tumorpatienten und Angehörige statt. Die Teilnahme sowie alle Materialien sind kostenfrei. Interessenten können sich jederzeit an die Beratungsstelle wenden und ein Gesprächstermin vereinbaren.


Spendenkonto:
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