Aus den Projekten: In guten Händen

Herr Professor Berthold, welche speziellen Anforderungen an die Pflege haben Kinder, die sehr schwer an Leukämie erkrankt sind?

Nicht nur das Fortschreiten der Krebserkrankung bedroht das Leben der kleinen Patienten. Die Kinder sind besonders anfällig für Infektionen und Schäden an der Mundschleimhaut, was eine große Herausforderung an die Pflege ist. Auch Bluttransfusionen müssen neben den Zytostatikagaben sehr genau hinsichtlich unerwarteter Reaktionen überwacht werden. Daneben kämpfen die Kinder mit Übelkeit, Müdigkeit, Mattheit oder Knochenschmerzen. Ganz zu schweigen von der schweren seelischen Belastung.

Die Medizin kann auch heute noch nicht allen leukämiekranken Kindern helfen: Sie begleiten auch sterbende Kinder. Wie unterstützen die Pflegekräfte die kleinen Patienten und ihre Familien in dieser schweren Zeit?

Leider können 15 % der Kinder mit akuter lymphatischer Leukämie und 40 % der kleinen Patienten mit akuter myeloischer Leukämie nicht geheilt werden. Nicht nur die betroffenen Kinder, sondern auch Geschwister, Eltern und andere Angehörige leiden unter Ängsten und Schuldgefühlen - insbesondere im Endstadium der Krankheit. Unsere Pflegekräfte machen die Eltern nicht nur in der medizinischen Pflege kompetent. Sie unterstützen die Familien auch in seelischer Hinsicht. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Eltern in dieser schweren Situation eine Schlüsselrolle spielen: Wenn es ihnen gelingt, die Krankheit und das mit ihr verbundene Schicksal anzunehmen, wirkt sich das auch positiv auf die kleinen Patienten selbst und deren Geschwister aus.

Das Leiden der Kinder ist sicherlich auch für die Pflegekräfte seelisch belastend. Wie bereiten Sie die Pflegekräfte darauf vor?

Auf die Sterbebegleitung (Palliativversorgung) bereiten wir die Pflegekräfte in speziellen Kursen vor. Darüber hinaus wird der psychisch-soziale Teil der Pflege in wöchentlichen Teamsitzungen besprochen. So ein Team, das ein leukämiekrankes Kind betreut, setzt sich neben den Pflegekräften aus Physio- und Ergotherapeuten, Heilpädagogen, Sozialarbeiterinnen und natürlich dem ärztlichen Dienst zusammen. Belastende Erfahrungen können in diesem viele Aspekte abdeckenden Team gut reflektiert werden. In besonderen Fällen, z.B. sehr schweren oder schnellen Krankheitsverläufen, kann auch externe Beratung nötig werden.

Wie wird die Palliativ-Ausbildung in der Pädiatrie angenommen und wann sind die ersten Pflegekräfte einsatzbereit?

Die erste Pflegerin steht kurz vor dem Abschluss. Drei weitere werden dieses bzw. nächstes Jahr folgen. Die Kurse und die Praxisausbildung sind sehr beliebt. Das Interesse an der Ausbildung ist insbesondere mit der Zusage der José Carreras Leukämie-Stiftung, das Projekt zu fördern, gestiegen. Über diese Aufbruchstimmung freuen wir uns sehr!


  Spendenkonto:


Deutsche José Carreras
Leukämie-Stiftung e.V.

Commerzbank AG München
IBAN: DE96 7008 0000 0319 9666 01
BIC: DRESDEFF700

Konto: 319 96 66 01
BLZ: 700 800 00

  Bußgeldkonto:


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Commerzbank AG München

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