Christian Gille

Botschafter Christian Gille

Steckbrief

27. August 2004, 10:10 Uhr, ganz Deutschland jubelt: Bei den Olympischen Spielen in Athen holt Christian Gille mit seinem Partner Tomasz Wylenzek im Zweier-Canadier über 1000 Meter die Goldmedaille. Der Vorsprung auf die Zweitplatzierten Russen beträgt mehr als eine Sekunde. Einen Tag später treten die beiden auch noch beim Finale über 500 Meter an und werden fünfte. Während Sport-Deutschland die Goldmedaille feiert, ist Gille mit seinen Gedanken bei seinem ehemaligen Kanu-Partner Thomas Zereske, mit dem er 1997 und 1998 Weltmeister im Zweier-Canadier über 200 Meter wurde. In der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Athen erkrankte Thomas Zereske an Leukämie. Den wichtigsten Kampf seines Lebens konnte der Athlet nicht gewinnen. Thomas Zereske starb am 28. Juni 2004 – zwei Monate vor dem Kanu-Finale in Athen.
Christian Gille wurde am 6. Januar 1976 in Wolfen geboren, wuchs in Jeßnitz (Sachsen-Anhalt) auf und begann im örtlichen Kanu-Club seine sportliche Karriere, bevor er beim SC DHfK Leipzig weiter gefördert wurde. Nach dem Olympiasieg 2004 gewann Christian Gille mit seinem Kanu-Partner Tomasz Wylenzek 2005 und 2006 über 500 und 1000 m sowohl bei den Europa- als auch bei den Weltmeisterschaften.

Bei den Heim-Weltmeisterschaften 2007 in Duisburg konnten die beiden über 1000 m den ersten und über 500 m den dritten Platz belegen. Zusammen mit Wylenzek qualifizierte sich Gille im Zweier-Canadier über 500 m und 1000 m für die Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking. Dort gewannen sie Silber über 1000 m und Bronze über 500 m.

Für seine sportlichen Leistungen wurde Christian Gille vom damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler mit dem Silbernen Lorbeerblatt 2008 geehrt. Bereits 2004 erhielt Gille den Bambi und wurde als Mitteldeutscher Sportler des Jahres ausgezeichnet. Bei den Olympischen Spielen in Athen 2004 und Peking 2008 wurde er Gold-, Silber- und Bronzemedaillengewinner und vierfacher Weltmeister im Zweier-Canadier.

Am 30. März 2009 verkündete Christian Gille offiziell seinen Rücktritt vom Leistungssport. Der gelernte Karosserie- und Fahrzeugbauer ist verheiratet und lebt in Leipzig, wo er seit 2010 als Feuerwehrmann arbeitet.

 

Wie sich Christian Gille für den Kampf gegen Leukämie einsetzt

Man muss Christian Gille nicht zweimal bitten, wenn es darum geht, sich für Leukämie-Patienten einzusetzen. Ohne lange zu überlegen, hat sich der ehemalige Kanute beispielsweise dafür eingesetzt, leukämiekranken Kindern unbeschwerte Stunden zu schenken, indem er mit ihnen auf Paddeltour durch Leipzig ging. Auch hat er großherzig seine Olympia Teilnehmer-Medaille aus Peking aus dem Jahre 2008 zu Gunsten der Deutschen José Carreras Leukämie-Stiftung versteigert. Und als es darum ging, im Sommer 2020 beim 1. José Carreras Blutspendetag am Universitätsklinikum Leipzig mit gutem Beispiel voranzugehen, ließ er sich sogar selbst Blut abnehmen, obwohl der Stich in die Vene für ihn eigentlich eine große Überwindung war. Auch bei der alljährlichen José Carreras Gala ist Christian Gille regelmäßig dabei, um am Telefon-Panel Spenden für die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung zu sammeln.

Christian Gille Stiftungsbotschafter

Infobox

Name: Christian Gille
Alter: 45 Jahre
Familie: verheiratet
Botschafter seit: 2009

Drei Fragen an Christian Gille

Botschafter Christian Gille am Blutspendetag

1. Sie engagieren sich für die José Carreras Leukämie-Stiftung weil …

…weil sich die Stiftung seit über 25 Jahren nicht nur für die Forschung und Spenden einsetzt, sondern auch viele tolle Projekte für die Großen oder Kleinen Patienten möglich macht. Bei der Stiftung wird Menschlichkeit ganz groß geschrieben, auch gerade in der schweren Zeit der Corona Pandemie wird Leukämie nicht vergessen. 

2. Was verbinden Sie mit dem Kampf gegen Leukämie?

Eine persönliche und schmerzhafte Erfahrung, wo mein damaliger Partner im Boot innerhalb von 4 Tagen nach der Diagnose Leukämie kurz vor den olympischen Spielen 2004 verstorben ist!

 

2. Sie engagieren sich seit 2004 Jahren für die José Carreras Leukämie-Stiftung. Was hat Sie am meisten beeindruckt?

Seit 2004 engagiere ich mich für die Jose Carreras Leukämie Stiftung. Es gibt vieles was mich an der Stiftung und Ihren Projekten beeindruckt. Ich selbst durfte auch schon den Kleinsten bei einer tollen Kanutour durch „Klein Venedig“ ein Lächeln ins Gesicht zaubern und Ihnen einen unbeschwerten und glücklichen Tag ermöglichen.