Ende 2010. Miriam ist 26 und ein fröhlicher und postiver Mensch. Aber ihr Leben wird bald den Lauf eines Marathons nehmen – im wahrsten Sinne des Wortes.
Verunsichert von großer Müdigkeit und vielen blauen Flecken, geht sie zum Arzt. Die Diagnose: akute myeloische Leukämie (AML), eine sehr aggressive Art von Blutkrebs, bei der sie sofort mit einer hochdosierten Chemotherapie starten muss.
Die Therapie greift ihr Herz schwer an. Die Ärztinnen und Ärzte sind verzweifelt. „Wie dramatisch es war, erfuhr ich zum Glück erst später.“
Aber Miriam verliert ihre positive Natur nicht. Ihre Familie und das Team des St.-Johannes-Hospital Dortmunds helfen ihr, in diesen dunklen Zeiten gute Laune zu bewahren. Dafür ist sie bis heute sehr dankbar. Denn sie darf das Krankenhaus vier Monate lang nicht verlassen.
Um dem Krankenhausalltag zu entfliehen, beginnt sie, täglich kleine Spaziergänge zu machen. Aufgrund ihres schwachen Immunsystems darf sie aber nur auf leeren Gängen gehen. Nach und nach erholt sie sich – und endlich zuhause, setzt sie das Ritual fort. Noch ist unklar, ob sich ihr Herz jemals vollständig erholen wird.
Doch die Bewegung stärkt ihre Muskeln und verbessert ihre Kondition. Das Gefühl neuer Kraft spornt sie an: Miriam fängt an zu joggen. Zunächst kleine Runden, die nach Rücksprache mit dem Onkologen immer größer werden. „Einen Marathon werden Sie in Ihrem Leben nicht mehr laufen. Aber wenn die Bewegung guttut, machen Sie ruhig weiter.“
Heute ist Miriam 41 Jahre alt und sie und ihr Herz sind völlig gesund. Allerdings hat ihr Onkologe Recht behalten: EINEN Marathon ist sie nicht gelaufen, aber DREI! Dazu unzählige Halbmarathons.
Seit zehn Jahren engagiert sich Miriam ehrenamtlich für Krebspatienten, u.a. mit Selbsthilfegruppen und Aufmerksamkeitsarbeit. Seit 2023 unterstützt sie auch die DJCLS, z.B. beim Münster Marathon. Auch ihr neues Hobby, das Singen, verbindet sie gerne mit diesen Aktivitäten.
„Mir ist es wichtig etwas zurückzugeben. Andere sollen nicht auch die Schwierigkeiten durchmachen, die ich hatte. Außerdem möchte ich anderen Betroffenen zeigen, was nach Krebs alles möglich ist. Mir hätte das damals Mut gemacht.“
Liebe Miriam, wir wünschen dir alles erdenklich Gute!
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