Die Forschungsarbeiten und der zu erwartende Nutzen für die Patientinnen und Patienten
• Eva Etoga, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München – Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Abteilung für Pädiatrische Hämatologie, Onkologie und Stammzelltransplantation
Thema der Forschungsarbeit: Funktionelle Charakterisierung prädisponierender CARD9-Varianten bei kindlichen Leukämien
Doktorandin Frau Eva Etoga: „Kinder können an Krebs erkranken, ohne dass dafür Lebensstilfaktoren wie Rauchen oder Umweltgifte eine Rolle spielen. Oft liegt eine angeborene genetische Veranlagung vor, die das Risiko für eine Krebserkrankung erhöht. Die Untersuchung solcher genetischen Veranlagungen können einen Angriffspunkt für Therapien und Prävention darstellen. Bei meinem Projekt möchte ich ein Gen untersuchen, das vermehrt verändert bei Kindern mit Leukämie beobachtet wird. Dieses Gen spielt eine wichtige Rolle in der Steuerung von Entzündungsreaktionen und Immunantworten, die wenn sie gestört sind die Entstehung von Krebs begünstigen können. Ziel des Projekts ist es, dieses Gen genauer zu analysieren und zu charakterisieren, um besser zu verstehen, ob und wie eine Veränderung zur Krebsentstehung beiträgt. Langfristig kann dieses Wissen dazu beitragen, solche Risikofaktoren für Leukämien im Kindesalter frühzeitig zu erkennen und gezielter zu behandeln.“
• Maja Haar, Universitätsklinikum Tübingen Kinderklinik, Pädiatrische Hämatologie und Onkologie
Thema der Forschungsarbeit: Die Bedeutung der Neutrophilen Elastase in der Entwicklung von akuter myeloischer Leukämie (AML) in Patienten mit kongenitaler Neutropenie (CN) und zyklischer Neutropenie (CyN)
Doktorandin Frau Maja Haar: „Rund 15 % der Patienten mit kongenitale Neutropenie (CN) mit ELANE Mutationen entwickeln im Laufe ihres Lebens eine AML.Patienten mit zyklischer Neutropenie (CyN), welche ebenfalls durch Mutationen im ELANE Gen verursacht werden, entwickeln im Vergleich zu ELANE-CN Patienten seltener Leukämien. Die CyN zeichnet sich durch einen Zyklus der Neutrophilen Granulozyten aus. Es werden phasenweise hohe Werte von Neutrophiler Elastase im Plasma von CyN-Patienten erreicht. In meinem Projekt werde ich mich insbesondere mit der Neutrophilen Elastase und deren Einfluss auf die Leukämogenese in CN und CyN Patienten beschäftigen. Durch die Förderung von des José Carreras-GPOH-Promotionsstipendiums, bekomme ich die Möglichkeit, mich auf meine Forschung zu fokussieren. Mit meiner Forschungsarbeit will ich dazu beitragen, Einflüsse auf die Leukämogenese in CN und CyN besser zu verstehen.
• Timon Schellenberg, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Thema der Forschungsarbeit: Identifikation von genetischer und epigenetischer Krankheitsevolution in juvenilen myelomonozytären Leukämie-Stammzellen durch multimodale Einzelzell-Sequenzierung
Doktorand Herr Timon Schellenberg: „Die juvenilen myelomonozytären Leukämie (JMML) ist ein seltener, aber hoch-aggressiver Blutkrebs des Kleinkinder- und Säuglingsalters, der durch genetische Veränderungen in Stammzellen entsteht. Bisher werden Hochrisikopatienten mit Fremdspender-Stammzelltransplantation geheilt, wonach jedoch in etwa die Hälfte Krankheitsrückfälle erleiden. Daher sollen in diesem Forschungsprojekt die Mechanismen der Krankheitsentstehung in JMML-Stammzellen untersucht werden. Hierfür verwenden wir modernste Methoden der Einzelzell-Sequenzierung, wodurch die Abfolge von molekularen Veränderungen in JMML-Stammzellen rekonstruiert und Schlüsselmechanismen identifiziert werden, die zur Entwicklung von schweren Krankheitsverläufen beitragen. Mithilfe der neu identifizierten Schlüsselmechanismen lassen sich anschließend neue Ansatzpunkte für künftige Therapien entwickeln. Für das Promotionsstipendium danke ich herzlich der DGHO und der José-Carreras-Leukämie Stiftung, die es mir ermöglichen, das Vorhaben in dieser Form umzusetzen.“
• Lars Uihlein, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie
Thema der Forschungsarbeit: Die Rolle und funktionelle Bedeutung zirkulärer RNAs in der rezidivierten pädiatrischen akuten lymphatischen Leukämie
Doktorand Herr Lars Uihlein: „Viele Kinder mit Leukämie, der häufigsten Krebsart im Kindesalter, können heute geheilt werden, jedoch bleiben Rezidive eine große Herausforderung. Ziel meines Forschungsprojektes ist es, zirkuläre RNAs zu nutzen. Dabei handelt es sich um ringförmige, besonders stabile Moleküle, die Gene regulieren. Sie wurden bereits in anderen Krebsarten nachgewiesen und stehen im Fokus unserer Arbeitsgruppe. So möchten wir Kinder mit erhöhtem Risiko früh erkennen und Hinweise auf neue Therapieansätze gewinnen.“