Neue Vergabe der José Carreras-GPOH-Promotionsstipendien

Vier Doktoranden aus Berlin, Heidelberg, München und Tübingen werden in diesem Jahr mit dem José Carreras-GPOH-Promotionsstipendium für ihre Krebsforschung im Bereich der pädiatrischen Onko-Hämatologie gefördert.

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José Carreras-GPOH-Promotionsstipendien 2026
Vier Doktoranden aus Berlin, Heidelberg, München und Tübingen werden in diesem Jahr mit dem José Carreras-GPOH-Promotionsstipendium für ihre Krebsforschung im Bereich der pädiatrischen Onko-Hämatologie gefördert.

Das Stipendium wird seit 2016 gemeinsam von der José Carreras Leukämie-Stiftung und der Fachgesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) verliehen. Die Bewerbungen werden vom Wissenschaftlichen Beirat der Stiftung sowie Gutachtenden der GPOH begutachtet. Das Fördergeld für die Promotionsstipendien wird von der Stiftung mit Hilfe von Spendengeldern bereitgestellt.

Im Jahr 2026 gratulieren wir zu dieser Auszeichnung (in alphabetischer Reihenfolge): Eva Etoga (Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München), Maja Haar (Universitätsklinikum Tübingen Kinderklinik), Timon Schellenberg (Deutsches Krebsforschungszentrum – DKFZ), Lars Uihlein (Charité Universitätsmedizin Berlin). Informationen über die Forschungsarbeiten finden Sie weiter unten.

 

Der Bereich der pädiatrischen Onkologie und Hämatologie

Um Leben zu retten und Spätfolgen zu vermeiden, brauchen wir gerade bei jungen Patienten, die noch mitten im Wachstumsprozess stecken, bessere und verträglichere Therapien gegen Leukämie oder andere schwere Blut- und Knochenmarkserkrankungen. Dieses wichtige Ziel kann nur durch intensive Forschung erreicht werden.

Ziel des José Carreras-GPOH-Promotionsstipendiums ist, dass sich die Doktorandinnen und Doktoranden auf ihr Forschungsprojekt konzentrieren können. Außerdem wecken wir dadurch bei Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern das Interesse, sich auch im weiteren Verlauf ihrer Karriere der pädiatrischen Onkologie und Hämatologie zu widmen.

Prof. Dr. Dr. Birgit Burkhardt, 1. Vorsitzende der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie e.V.: „Mit den aktuellen Therapien können wir zwar mittlerweile das Leben vieler Patientinnen und Patienten retten, aber insbesondere Kinder und Jugendliche leiden nach der Therapie oft zeitlebens unter den Nebenwirkungen. Wir dürfen deshalb nicht nachlassen, neue Behandlungsoptionen zu entwickeln. Das José Carreras-GPOH-Promotionsstipendium ist dabei ein wichtiger Baustein. Unser großer Dank gilt deshalb insbesondere den Spenderinnen und Spendern der José Carreras Leukämie-Stiftung, die dieses Förderprogramm möglich machen.“

 

Die Unterstützung durch die José Carreras-GPOH-Promotionsstipendien

Über die mit 12.400 Euro dotierten Promotionsstipendien werden Doktorierenden mit 1.000 Euro pro Monat unterstützt. Außerdem können 400 Euro für Reisekosten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Projekt stehen, zusätzlich beantragt werden. Der Förderzeitraum beträgt maximal zwölf Monate. Bewerbungen können einmal im Jahr eingereicht werden. Informationen über die Bewilligungsrichtlinien und die Antragstellung dieser Promotionsstipendien, sowie unserer weiteren Promotions- und Forschungsstipendien finden Sie unter „Projekte: Antragsstellung: Stipendien“.

Die Forschungsarbeiten und der zu erwartende Nutzen für die Patientinnen und Patienten

 

Eva Etoga, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München – Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Abteilung für Pädiatrische Hämatologie, Onkologie und Stammzelltransplantation

Thema der Forschungsarbeit: Funktionelle Charakterisierung prädisponierender CARD9-Varianten bei kindlichen Leukämien

Doktorandin Frau Eva Etoga: „Kinder können an Krebs erkranken, ohne dass dafür Lebensstilfaktoren wie Rauchen oder Umweltgifte eine Rolle spielen. Oft liegt eine angeborene genetische Veranlagung vor, die das Risiko für eine Krebserkrankung erhöht. Die Untersuchung solcher genetischen Veranlagungen können einen Angriffspunkt für Therapien und Prävention darstellen. Bei meinem Projekt möchte ich ein Gen untersuchen, das vermehrt verändert bei Kindern mit Leukämie beobachtet wird. Dieses Gen spielt eine wichtige Rolle in der Steuerung von Entzündungsreaktionen und Immunantworten, die wenn sie gestört sind die Entstehung von Krebs begünstigen können. Ziel des Projekts ist es, dieses Gen genauer zu analysieren und zu charakterisieren, um besser zu verstehen, ob und wie eine Veränderung zur Krebsentstehung beiträgt. Langfristig kann dieses Wissen dazu beitragen, solche Risikofaktoren für Leukämien im Kindesalter frühzeitig zu erkennen und gezielter zu behandeln.“

 

• Maja Haar, Universitätsklinikum Tübingen Kinderklinik, Pädiatrische Hämatologie und Onkologie

Thema der Forschungsarbeit
: Die Bedeutung der Neutrophilen Elastase in der Entwicklung von akuter myeloischer Leukämie (AML) in Patienten mit kongenitaler Neutropenie (CN) und zyklischer Neutropenie (CyN)

Doktorandin Frau Maja Haar: „Rund 15 % der Patienten mit kongenitale Neutropenie (CN) mit ELANE Mutationen entwickeln im Laufe ihres Lebens eine AML.Patienten mit zyklischer Neutropenie (CyN), welche ebenfalls durch Mutationen im ELANE Gen verursacht werden, entwickeln im Vergleich zu ELANE-CN Patienten seltener Leukämien. Die CyN zeichnet sich durch einen Zyklus der Neutrophilen Granulozyten aus. Es werden phasenweise hohe Werte von Neutrophiler Elastase im Plasma von CyN-Patienten erreicht. In meinem Projekt werde ich mich insbesondere mit der Neutrophilen Elastase und deren Einfluss auf die Leukämogenese in CN und CyN Patienten beschäftigen. Durch die Förderung von des José Carreras-GPOH-Promotionsstipendiums, bekomme ich die Möglichkeit, mich auf meine Forschung zu fokussieren. Mit meiner Forschungsarbeit will ich dazu beitragen, Einflüsse auf die Leukämogenese in CN und CyN besser zu verstehen.

 

• Timon Schellenberg, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)

Thema der Forschungsarbeit: Identifikation von genetischer und epigenetischer Krankheitsevolution in juvenilen myelomonozytären Leukämie-Stammzellen durch multimodale Einzelzell-Sequenzierung

Doktorand Herr Timon Schellenberg: „Die juvenilen myelomonozytären Leukämie (JMML) ist ein seltener, aber hoch-aggressiver Blutkrebs des Kleinkinder- und Säuglingsalters, der durch genetische Veränderungen in Stammzellen entsteht. Bisher werden Hochrisikopatienten mit Fremdspender-Stammzelltransplantation geheilt, wonach jedoch in etwa die Hälfte Krankheitsrückfälle erleiden. Daher sollen in diesem Forschungsprojekt die Mechanismen der Krankheitsentstehung in JMML-Stammzellen untersucht werden. Hierfür verwenden wir modernste Methoden der Einzelzell-Sequenzierung, wodurch die Abfolge von molekularen Veränderungen in JMML-Stammzellen rekonstruiert und Schlüsselmechanismen identifiziert werden, die zur Entwicklung von schweren Krankheitsverläufen beitragen. Mithilfe der neu identifizierten Schlüsselmechanismen lassen sich anschließend neue Ansatzpunkte für künftige Therapien entwickeln. Für das Promotionsstipendium danke ich herzlich der DGHO und der José-Carreras-Leukämie Stiftung, die es mir ermöglichen, das Vorhaben in dieser Form umzusetzen.“

 

• Lars Uihlein, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie

Thema der Forschungsarbeit: Die Rolle und funktionelle Bedeutung zirkulärer RNAs in der rezidivierten pädiatrischen akuten lymphatischen Leukämie

Doktorand Herr Lars Uihlein: „Viele Kinder mit Leukämie, der häufigsten Krebsart im Kindesalter, können heute geheilt werden, jedoch bleiben Rezidive eine große Herausforderung. Ziel meines Forschungsprojektes ist es, zirkuläre RNAs zu nutzen. Dabei handelt es sich um ringförmige, besonders stabile Moleküle, die Gene regulieren. Sie wurden bereits in anderen Krebsarten nachgewiesen und stehen im Fokus unserer Arbeitsgruppe. So möchten wir Kinder mit erhöhtem Risiko früh erkennen und Hinweise auf neue Therapieansätze gewinnen.“

Weitere Stipendiatinnen und Stipendiaten

Auf unserer Seite „Antragstellung für Stipendien“ stellen wir Ihnen aktuelle sowie ehemalige Forschungs- und Promotionsstipendiatinnen und -stipendiaten vor.

💙 Danke für Ihre Unterstützung!

Die DJCLS finanziert Promotionsstipendien für die Leukämieforschung dank Spendengeldern. Unser Dank gilt insbesondere den Spenderinnen und Spendern, die das möglich machen. Seitdem haben wir bereits über 100 Studierende finanziell unterstützen können und freuen uns sehr, wieder in der glücklichen Lage gewesen zu sein, herausragende Talente auswählen zu können.

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