Forschung und Patientenbetreuung vereinbaren

Seit 2025 bietet die José Carreras Leukämie-Stiftung ein Programm zur Forschungsförderung, das Verstärkung am Patientenbett und im Labor ermöglicht.

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Seit 2025 bietet die José Carreras Leukämie-Stiftung ein Programm zur Forschungsförderung, das Verstärkung am Patientenbett und im Labor ermöglicht.

Das Programm „José Carreras-Clinician-Scientist“ ist eine der Fördermaßnahmen, mit denen die José Carreras Leukämie-Stiftung neben der Förderung von exzellenten Forschungsteams auch Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler unterstützt. Dazu zählen auch die Forschungsstipendien, die kurz nach Stiftungsgründung gestartet wurden, sowie die seit 2014 angebotenen Stipendienprogramme zur Unterstützung von Promotionsvorhaben. Mit der letzten Programmerweiterung im Jahr 2025 soll die Vereinbarkeit von Forschung und Patientenbetreuung verbessert werden.

Das Programm José Carreras-Clinician-Scientist

Unterstützt werden promovierte und wissenschaftlich tätige Ärztinnen und Ärzte während der fachärztlichen Weiterbildung an einer Universitätsklinik in Deutschland, die bereits erfolgreiche Vorarbeiten in der experimentellen oder translationalen Forschung im Thema Leukämie oder verwandter bösartiger Blutkrankheiten aufweisen. Ziel des Programms ist die Schaffung der erforderlichen Freiräume für die erfolgreiche Etablierung und Verstetigung einer eigenen, kompetitiven Arbeitsgruppe.

Dazu wird der oder die Clinician Scientist von der Klinik 50% der vertraglichen Arbeitszeit für die wissenschaftliche Arbeit freigestellt. Für die wissenschaftliche Tätigkeit werden 50% des vertraglich festgelegten Gehalts, maximal 55.500 € pro Jahr für drei Jahre, als Förderung von der José Carreras Leukämie-Stiftung zur Verfügung gestellt.

Die nächste Anmeldefrist läuft noch bis zum 30. September 2026. Ab 2027 können Anträge für zum 31.03. eines jeden Jahres eingereicht werden. Alle Informationen zu den Bewilligungsrichtlinien und die Antragstellung finden Sie unter „Antragstellung: Clinician Scientist“.

Die neue José Carreras-Clinician-Scientists

Aus der Antragsrunde 2025 wurden folgenden Forschenden mit folgenden Arbeitsthemen ausgewählt. Wir gratulieren ganz herzlich und wünschen viel Erfolg!

 

Dr. Sena Alptekin

Universitätsklinikum Heidelberg, Innere Medizin V, Klinik für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie und Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)

Thema der Forschungsarbeit: Tet2 Klonale Hämatopoese als mechanistischer Treiber des Diätinduzierten Hepatozellulären Karzinoms

„Nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen (NAFLD) und deren entzündliche Form (NASH) stellen ein wachsendes Gesundheitsproblem in Europa dar. Sie sind Folge von Bewegungsmangel und übermäßigem Kalorienkonsum und können im Verlauf zu Leberkrebs führen. Da etwa 30 % der Bevölkerung betroffen sind, aber nur ein Teil tatsächlich schwere Verläufe entwickelt, besteht ein dringender Bedarf, die zugrunde liegenden Mechanismen besser zu verstehen. Gleichzeitig treten im höheren Alter häufiger Veränderungen im Knochenmark auf, bei denen einzelne Blutstammzellen mit bestimmten genetischen Veränderungen – sogenannte klonale Hämatopoese (CH) – übermäßig wachsen. Insbesondere Mutationen im TET2-Gen fördern systemische Entzündung und gelten als mögliche Vorstufen von Blutkrebs. Ziel des Projekts ist es, zu untersuchen, wie solche mutierten Blutzellen mit chronischer Leberentzündung interagieren und ob sie die Krebsentstehung fördern. Gleichzeitig wird erforscht, ob entzündliche Signale aus der Leber das Knochenmark beeinflussen und krankhafte Zellklone dort begünstigen. Dieses Zusammenspiel könnte neue Einblicke in frühe Mechanismen der Leukämieentstehung liefern.“

 

Dr. Till Braun

Uniklinik Köln, Klinik I für Onkologie, Hämatologie, Klinische Infektiologie, Klinische Immunologie, Hämostaseologie und Internistische Intensivmedizin, sowie Medizinische Fakultät der Universität zu Köln

Thema der Forschungsarbeit: Einzelzellanalyse von MikroRNA–mRNA-Regulationsnetzwerken zur Identifikation therapeutischer Ansatzpunkte bei der T-Zell-Leukamie der grosen granularen Lymphozyten (T-LGLL)

„Die T-Zell-Leukämie der großen granularen Lymphozyten (T-LGLL) ist eine seltene Form von Blutkrebs, die durch die krankhafte Vermehrung zytotoxischer T-Zellen gekennzeichnet ist. Die Erkrankung kann zu einem ausgeprägten Mangel verschiedener Blutzelltypen, wiederkehrenden Infektionen und Autoimmunphänomenen führen. Gleichzeitig wissen wir noch immer vergleichsweise wenig darüber, welche molekularen Veränderungen die Entstehung und den Verlauf dieser seltenen Leukämie bestimmen.
Mit unserem Forschungsprojekt möchten wir deshalb die molekularen Regulationsmechanismen der T-LGLL genauer entschlüsseln. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf sogenannten MikroRNAs – kleinen RNA-Molekülen, die steuern, welche Gene in einer Zelle aktiv sind. Mithilfe moderner Einzelzellanalysen können wir diese Regulationsprozesse erstmals direkt in einzelnen Leukämiezellen untersuchen und so auch Unterschiede zwischen verschiedenen Zellpopulationen sichtbar machen. Unser Ziel ist es, zentrale krankheitstreibende Mechanismen zu identifizieren und besser zu verstehen, welche biologischen Prozesse für die Entstehung und Aufrechterhaltung der T-LGLL entscheidend sind. Diese Erkenntnisse sollen langfristig auch neue Ansatzpunkte für eine gezieltere Behandlung der Erkrankung eröffnen.“

 

Dr. Eva Tranter

Charité Universitätsmedizin Berlin, Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie

Thema der Forschungsarbeit: Klinische Auswirkungen der Zusammensetzung des B-Zell-Repertoires nach allogener Stammzelltransplantation

„Die Stammzelltransplantation durch Fremdspender:innen ist für Menschen mit akuter Leukämie häufig die einzige Therapieoption, welche eine langfristige Heilung ermöglicht. Hierbei wird das kranke Immunsystem durch das einer/eines gesunden Spender:in ersetzt. Die suffiziente Wiederherstellung dieses Immunsystems ist zum einen von entscheidender Bedeutung für die Bekämpfung von Infektionen, zum anderen jedoch auch für die langfristige Kontrolle der Leukämie und einer Spender-gegen-Empfänger-Reaktion. Es ist bekannt, dass die unvollständige Wiederherstellung einer Untergruppe des erworbenen Immunsystems, den s.g. B-Zellen, nicht nur zu einer erhöhten Rate potenziell lebensbedrohlicher Infektionen führt, sondern auch mit dem Auftreten der Spender-gegen-Empfänger-Reaktion assoziiert ist. In unserem Projekt soll im Rahmen einer Längsschnittuntersuchung die individuellen Veränderungen des B-Zell Systems vor und nach der Transplantation erfasst werden. Hierbei sollen die Zusammenhänge zwischen klinischen Faktoren wie verabreichten Chemotherapien oder dem Auftreten von Komplikationen wie bspw. einer Spender-gegen-Empfänger-Reaktion oder Infektionen, und dem B-Zell System auf individueller und molekularer Ebene erfasst werden. Hiervon erhoffen wir uns ein tieferes Verständnis der zugrundeliegenden B-Zell-vermittelten Mechanismen bei der Entwicklung der genannten Komplikationen und wollen wertvolle Impulse für die Entwicklung individualisierter Behandlungskonzepte für Patient:innen liefern, die sich einer Stammzelltransplantation unterziehen müssen und so deren Lebensqualtität und Überleben langfristig verbessern.“

Antragsstellung

Alle Informationen für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler finden Sie unter „Projekte: Antragsstellung“.

Vielen Dank!

Unsere Förderprogramme werden dank Spendengelder finanziert. Vielen Dank für Ihr Vertrauen und Ihre Unterstützung!

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