Prof. Dr. Michael Heuser zum Weltblutkrebstag am 28. Mai

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„Mit der Diagnose Blutkrebs ist das Leben nicht zu Ende. Es gibt den Weg zurück in die Heilung und in das normale Leben“, macht Prof. Dr. Heuser anlässlich des Weltblutkrebstages am 28. Mai Patienten und deren Familien Mut. Der Professor für Hämatologie und Onkologie an der Universitätsmedizin Halle leitet die Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin IV, Hämatologie und Onkologie am Universitätsklinikum Halle (Saale) und ist seit 2025 Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der José Carreras Leukämie-Stiftung.

„Unser Ziel ist es, die Lebensqualität für Leukämie-Patienten zu verbessern“

 

Aufklärungsmaterial zum Thema Blutkrebs: FAQ und Animationsvideo
Was ist Blut? Was ist Blutkrebs? Was sind die Anzeichen? Prof. Dr. Heuser beantwortet diese und andere Fragen am Ende dieses Artikels und in einem Videointerview. Auf der Webseite der José Carreras Leukämie-Stiftung finden Sie auch das Animationsvideo „Was ist Blutkrebs?”.

 

Prof. Heuser: „Sowohl die chronische lymphatische Leukämie (CLL) als auch die chronische myeloische Leukämie (CML) können dank der Fortschritte in der medizinischen Forschung heute exzellent behandelt werden. Auch bei der akuten lymphatischen Leukämie (ALL) stehen wir vor einem Durchbruch. Hier werden wir die aggressivste Therapie, die Stammzelltransplantation, in Zukunft nur noch selten einsetzen müssen. Fortschritte sehen wir auch in der Behandlung der akuten myeloischen Leukämie (AML). Eine AML ist zwar immer noch eine schwer zu behandelnde Erkrankung, aber es gibt mittlerweile eine realistische Heilungschance.“

Neben seiner Tätigkeit als Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin IV, Hämatologie und Onkologie, leitet Prof. Heuser die europaweit angelegte RESOLVE-Studie. „Dabei  geht es darum, die Therapie auf das jeweilige Mindestmaß zu beschränken, um die Nebenwirkungen zu verringern. Wir wollen also zum Beispiel die Frage klären, ob wir, ohne die Heilungschancen zu verringern, bei manchen Patienten auf eine Stammzelltransplantation verzichten und nur eine Chemotherapie einsetzen können. Unser Ziel ist es, die Lebensqualität für Leukämie-Patienten zu verbessern“, so Prof. Heuser.

Die José Carreras Leukämie-Stiftung engagiert sich seit ihrer Gründung vor über dreißig Jahren dafür, Forschung, Infrastruktur und soziale Projekte im Kampf gegen Leukämie und verwandte Blut- und Knochenmarkerkrankungen zu unterstützen. Ziel ist es, die Heilungschancen weiter zu verbessern und die Vision ihres Stifters José Carreras zu verwirklichen: „Leukämie muss heilbar werden – immer und bei jedem.“

Prof. Heuser: „Die José Carreras Leukämie-Stiftung hat einen sehr hohen Stellenwert in der deutschen Forschungslandschaft. Jedes Jahr werden dem Wissenschaftlichen Beirat eine Vielzahl von Projektanträgen mit höchst innovativen Forschungsansätzen vorgelegt. Die besten werden durch die  Förderprogramme der Stiftung gefördert. Somit wird Forschung auf höchstem Niveau ermöglicht. Im Namen meiner Kolleginnen und Kollegen, aber insbesondere im Namen aller Patientinnen und Patienten gilt unser großer Dank dem Stifter José Carreras, der Stiftung und natürlich allen Unterstützerinnen und Unterstützern.“

 

Aufklärungsmaterial zum Thema Blutkrebs

Komplettes Videointerview mit Prof. Dr. Michael Heuser

https://www.youtube.com/user/DJCLStiftung

FAQ zum Thema Blutkrebs

Unten und unter https://www.carreras-stiftung.de/blog/

Animationsvideo „Was ist Blutkrebs?”

https://www.carreras-stiftung.de/leukaemie-verstehen/

 

FAQ zum Thema Blutkrebs

Quelle: Interview mit Prof. Dr. Michael Heuser

  • Was ist Blut?

 Unser Blut besteht aus verschiedenen Bestandteilen: Die roten Blutkörperchen transportieren Sauerstoff, die weißen Blutkörperchen sind für die Immunabwehr zuständig, und die Blutplättchen sorgen für die Blutgerinnung. Besonders relevant für Blutkrebs sind die weißen Blutkörperchen. Diese Zellen sind ein zentraler Bestandteil unseres Immunsystems und schützen uns vor Krankheitserregern wie Bakterien, Viren und Pilzen, denen wir täglich ausgesetzt sind.

  • Was ist Blutkrebs?

 Bei Blutkrebs verändern sich die weißen Zellen krankhaft: Sie wachsen unkontrolliert und können ihre eigentliche Abwehrfunktion nicht mehr erfüllen. Diese Fehlentwicklung führt dazu, dass sich die krankhaften weißen Blutzellen stark vermehren und das gesunde Gleichgewicht im Blut stören, indem sie den anderen Blutzellen „keinen Raum“ lassen. Daher stammt auch der Begriff „Leukämie“, der übersetzt „weißes Blut“ bedeutet.

  • Was sind Anzeichen von Blutkrebs?

 Die Symptome lassen sich gut aus den Funktionen der Blutzellen ableiten: Ein Mangel an roten Blutkörperchen führt zu Müdigkeit und verminderter Leistungsfähigkeit. Bei Störungen in den Blutplättchen kommt es zu blauen Flecken, Nasenbluten oder punktförmigen Blutungen. Ein Fehler bei den weißen Blutkörperchen führt zu häufigen Infektionen. Wenn solche Symptome auftreten – insbesondere in Kombination – sollte unbedingt eine ärztliche Abklärung erfolgen.

  • Welche Rolle spielt das oft erwähnte Knochenmark?

Das Knochenmark ist der Ort, an dem alle Blutzellen gebildet werden. Dort ist der Ursprung und von dort gelangen sie ins Blut und in den Körper, wo sie ihre Funktionen erfüllen. Weil die Blutzellen dort entstehen und dort auch entsprechend behandelt werden müssen, ist das Knochenmark sowohl für die Diagnose als auch für die Behandlung zentral. Hier kann festgestellt werden, ob und in welchem Ausmaß Leukämiezellen vorhanden sind – und gezielt therapeutisch eingreifen.

  • Ist Knochenmark und Rückenmark das gleiche?

 Knochenmark und Rückenmark sind nicht dasselbe, auch wenn das häufig verwechselt wird. Das Knochenmark befindet sich im Inneren der Knochen und ist für die Blutbildung zuständig, während das Rückenmark Teil des Nervensystems ist und im Wirbelkanal verläuft.

  • Warum spricht man manchmal von einer Knochenmarktransplantation und manchmal von einer Stammzelltransplantation?

Der Unterschied besteht lediglich in der Art der Gewinnung der Zellen. Bei einer Knochenmarktransplantation werden die Stammzellen direkt aus dem Knochenmark (im Inneren der Knochen) gewonnen, während in den meisten Fällen die Stammzellen mittels einer Stammzelltransplantation aus dem peripheren Blut (aus den Venen) entnommen werden. Die Transplantation erfolgt in beiden Fällen wie eine Bluttransfusion.

  • Was ist der Unterschied zwischen den beiden Blutkrebsformen Leukämie und Lymphom?

Leukämien entstehen meist aus frühen Vorläufer- oder Stammzellen im Knochenmark. Im Verlauf ihrer Entwicklung differenzieren sich diese Zellen weiter, zum Beispiel zu Lymphozyten. Diese wandern in die Lymphknoten, wo sie ebenfalls wichtige Aufgaben im Immunsystem übernehmen. Wenn entartete Zellen in den Lymphknoten entstehen, sprechen wir von einem Lymphom. Entstehen sie im Knochenmark, handelt es sich um eine Leukämie. Man unterscheidet innerhalb der Leukämien zwischen myeloischen und lymphatischen Formen – je nachdem, wie weit und in welcher Richtung diese Zellen schon von der Ursprungszelle weiter differenziert sind.

Weitere Informationen anlässlich des Weltblutkrebstages finden Sie auch auf Instagram:
@josecarrerasleukaemiestiftung
#Weltblutkrebstag

 

Prof. Dr. Michael Heuser
Prof. Dr. Michael Heuser (Bild: UMH)

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